Am 23.Februar 2006 machten sich vier Mitglieder unseres Fanclubs (den es zu der Zeit ja noch gar nicht gab) nämlich Jörg, Kathi, Sebastian und ich auf zum Auswärtsspiel nach Barcelona. Mit dabei war noch ein Kollege (Dave) von Sebastian, von dem hier noch öfters zu berichten sein wird. Es ging bei bei dem Spiel im UEFA – Cup nicht gegen den legendären FC sondern „nur“ gegen Espanol Barcelona. Früh morgens, ich glaube es war gegen sechs Uhr, starteten also Jörg und ich von Göttingen. Ziel war zunächst der ehemalige Militärflughafen bei Karlsruhe. Die Billigflieger starten ja in der Regel nicht von den ganz großen Airports. Die Fahrt über die Autobahn verlief selbst im Großraum Frankfurt sehr zügig, sodass wir entspannt und zuversichtlich, unser Ziel rechtzeitig zu erreichen noch Zeit für eine kleine Rast hatten. Doch dann kam, was nicht kommen durfte: Unfall auf der Autobahn mit Vollsperrung! Es ging nichts mehr, und so schmolz unser Zeitpolster auch wieder recht schnell dahin. Da die Flugkapitäne ja dafür bekannt sind, selbst nicht für den Präsidenten eines Schalke-Fanclubs zu warten wuchs unserer Aufregung mehr und mehr. Schließlich entschlossen wir uns die Autobahn zu verlassen, was nur mit einigen Übertretungen der Straßenverkehrsordnung möglich war. Da stand unter anderem irgendetwas von „frei für Baufahrzeuge“ oder so ähnlich. Keine Ahnung, was damit gemeint war. Die weitere Fahrt über die Bundestrassen, die natürlich völlig überlastet waren, verlief dann recht abenteuerlich. Die anderen Verkehrsteilnehmer wurden von Rennfahrer Jörg gleich im Dutzend überholt. Doch auch diese Schwierigkeiten meisterten wir und erreichten den „Baden-Airpark“ rechtzeitig. Die anderen 3 Reisenden, die wir hier treffen würden sind mit der Bahn ungleich entspannter in Karlsruhe angekommen. Aber kaum vor Ort begann für sie der Stress. Kollege Dave (übrigens ein Polizeibeamter, der es eigentlich wissen sollte) hatte seine Papiere vergessen, sodass er sich vor Ort noch einen vorläufigen Reisepass besorgen musste. Das ist ja auch nicht in fünf Minuten erledigt. Trotz aller widriger Umstände saßen wir nun pünktlich im Flugzeug und konnten uns die nächste Stunde entspannt zurück lehnen. Wenn nur diese Flugangst nicht wäre! Aber ich war tapfer und die fantastische Sicht auf einige Alpengipfel, die durch die Wolkendecke schauten, haben mich dann etwas entschädigt. Nach Ankunft auf dem „Girona-Aiport“ bei Barcelona, suchten wir uns dann einen Bus, der uns in die City brachte. Hier angekommen besorgten wir dann erstmal ein paar kühle Getränke ( San Miguel, lecker! ) und machten uns mit unseren voll gepackten Rucksäcken auf den Weg Richtung „Rambla“ der lebendigsten Straße Barcelonas. Unglaublich wie viele Schalke-Fans hier schon unterwegs waren! Und noch erstaunlicher, das man immer wieder fern der Heimat auf die gleichen Gesichter trifft. Freund Dave sorgte hier erstmal für den nächsten Wirbel: seine Latschen nämlich, mit denen er durch halb Europa fährt, verloren die Sohle. Also auf ins nächste Schuhgeschäft und erstmal ein paar Schuhe gekauft. Die alten durfte er gleich da lassen. So zogen wir also durch die wunderschön Innenstadt Barcelonas und verbrachten einen schönen, lauen Frühlingstag in Spanien. Zu erwähnen ist vielleicht noch, das wir von vielen Einheimischen mit „viel Glück“ gesegnet wurden, so jedenfalls haben wir den nach oben zeigenden Daumen gedeutet. Wohl alles FC Fans :-) Mit Einbruch der Dunkelheit machten wir uns dann auf den Weg zum Stadion. Das Stadion selbst, auf einem Berg gelegen, ist eigentlich nichts besonderes. Es heißt :Estadi Olympic Lluis Companys, und wurde zur Expo 1929 gebaut und für die Olympischen Spiele 1972 umgebaut. Die Umgebung desselben aber sehr schön, mit schöner Sicht auf Barcelona. Allerdings, im Februar ist es selbst in Spanien um diese Zeit dunkel. Auf das Spiel selbst, das der glorreiche Schalke04 mit 3:0 gewann möchte ich hier nicht näher eingehen. Vielleicht nur soviel: die Torschützen waren Lincoln, Kevin Kurany und Ebbe Sand. Einen Spielbericht kann man hier nachlesen:

Klick mich

Nach dem Spiel gab es erstmal wieder das übliche Festhalten der Gästefans am Stadion. Diesmal schienen es die spanischen Sicherheitskräfte mit der Dauer aber etwas zu übertreiben. Erst nach Einschreiten von Rudi Assauer (!) durften wir das Gelände verlassen. Dann ging es natürlich wieder in die Innenstadt Barcelonas, wo wir noch das eine oder andere Getränk zu uns nahmen. In der besonders bei Touristen und Urlaubern beliebten Gegend gab es auch einige „Damen“ die durch recht aufdringliche Weise gewisse Dienste anboten. Das man solchen Menschen möglichst aus dem Weg geht ist ja eigentlich jedem bekannt, nur Freund Dave hat wohl nicht den nötigen Abstand gewahrt. Jedenfalls vermisste er plötzlich sein Handy, nachdem er von einer der „Damen“ ein eindeutiges Angebot bekommen hatte. Nach kurzer Verfolgung durch Kathi und Sebastian konnte das Gerät jedoch wieder sichergestellt werden, kurz bevor es einem Komplizen übergeben werden konnte. Dann wäre es wohl für immer dahin gewesen. Gegen 2 Uhr mussten wir dann leider die Stadt verlassen und fuhren mit dem Bus zurück zum Flughafen. Bei der etwa einstündigen Fahrt überfiel fast jeden dann der Schlaf. Immerhin waren wir schon 20 Stunden unterwegs. Am Airport angekommen legten/setzten wir uns auf das vorhanden Mobiliar und setzen unseren Schlaf so gut es ging fort. Jörg hat die Ankunft am Flugplatz irgendwie verpasst und komischer weise hat ihn auch keiner von uns anderen vermisst, sodass er erst vom sauber machenden Busfahrer aus dem Bus verwiesen wurde. Anschließend hat er unsere Schlafstadt nicht gefunden und hat sich daher im Cateringbereich niedergelassen. Durch Geschirrgeklapper von neben ihm frühstückenden Fluggästen wurde er dann morgens geweckt. Natürlich waren außer uns noch viele andere Schalke-Fans anwesend. Nach einer Katzenwäsche auf der Flughafentoilette begaben wir uns dann auch zum Frühstück. Eigentlich hatten wir noch jede Menge Zeit, aber den Weg zum Flugzeug mussten wir dann doch wieder im Laufschritt zurücklegen. Verrückt! Der Rückflug verlief dann ohne besondere Vorkommnisse, sodass wir gegen Mittag wieder in Karlsruhe landeten. Unsere Freunde aus Süddeutschland zogen wieder ihre Uniformen an und fuhren per Zug zurück nach Hause. Wir hatten noch einige Stunden Autofahrt vor uns, die dann aber auch ohne Probleme verliefen. Müde aber glücklich waren wir abends wieder in Göttingen. Fazit: 1.Eigentlich verrückt, für ein Fußballspiel solche Strapazen, wie z.B. auf Flughafensesseln zu schlafen auf sich zu nehmen. 2.Wenngleich nicht ganz billig, sind die Kosten bei vernünftiger und vor allem frühzeitiger und schneller Planung doch überschaubar, und man sollte sich das einmal gönnen. 3.Mit Euch auf Tour zu gehen macht einfach Riesenspaß, egal ob Bielefeld, oder Barcelona da nimmt man auch mal Flugangst in Kauf. 4.Schalke ist der geilste Club de Welt.

Joachim Beltz